Freitag, 3. Juli 2009

Der Eisbrecher

Es ist Mittwoch und die Sonne brezelt wie schon die letzten Tage auf meine Haut. Schlimmer ist mein Bein zwar nicht geworden, aber besser...
auch nicht wirklich. Deswegen schickt mich Donna in die Apotheke um Epsom Salt zu kaufen. Das ist Magnesium Sulfat in kristaliener Form und scheint in den Staaten eine Art Allheilmittel zu sein. Alle sind total verwundert, das ich das nicht kenne. Während die anderen also in der Kirche auf den Truck warten, der die Kostüme von dort abholen soll, gehe ich dieses ominöse Zeug kaufen. Als ich zurück komme ist der Truck schon da und wir laden ein. Mit zwei Autos fahren wir dann von Morningsight Heights nach ganz unten um nach Brooklyn ins Filmstudio zu gelangen. Im Studio räumen wir den Truck wieder leer und beginnen damit die Indiensache zu sortieren, denn das Mittelalterzeug ist immer noch feucht. In dem Kirchenkeller hat sich nicht viel getan die Nacht. Meine Aufgabe wird es sein die Schuhe sämtlicher Backgrounddarsteller vom Staub zu befreien. Sie sind ausgeliehen und müssen zurück geschickt werden. Zu viert sitzen wir bis zum Feierabend daran und werden längst nicht fertig. Schon wieder dieser Staub... In der Mittagspause hatte ich dann das Fußbad mit Epson Salt gemacht und siehe da, ein Wunder ist geschehen. Donna hatte mir gesagt, dass dieses Zeug das Gift aus dem Bein saugt und das tat es auch. Beim Draufdrücken tut es freilich noch weh, aber ich kann wieder problemlos laufen - irre das Zeug.
Gegen 18.00 Uhr ist Feierabend und ich mache auf den Weg zur Marian Goodmann Galerie in Manhattan. Dort absolviert Hans sein Praktikum und heute gibt es neue Kunstinstallationen dort zu sehen. In meiner Leggings, den ruinierten Schuhe, einem XXL Shirt und der Jeansweste bin ich so ziemlich das Gegenteil von dem was der Dresscode verlangt. Helen muss mich vom Fahrtsuhl abholen, weil ich mich nicht alleine rein traue. Oben angekommen ist es dann aber gar nicht so spießig, normale Leute und auch verrückte Kunsttypen laufen dort in der Ausstellung rum und schlürfen Wein aus Plastikbechern. Die Räumlichkeiten wirken zeimlich steril, der Boden ist der blanke Beton, irgendwie fehlt das Tageslicht, ein Kunstvideo zieht mich sofort in seinen Bann. Ein Mann, ganz in schwarz gekleidet, läuft 10 Minuten vor einem Eisbrecher auf dem zugefrohrenem Meer entlang ohne sich einmal umzuschauen. Die Szenerie ist gespenstig, man sieht nur die Eisfläche, den monströßen Eisbrecher und diesen Mann der in aller Seelenruhe dort vor der Kamera herumspatziert - toll!
Viele andere Teilnehmer sind auch dort und wollen weiter ins Stardust Diner. Das ist am Times Square und die Bedienungen singen Musicallieder, die ganze Zeit. Wir müssen an einer Schlange anstehen und warten, kurz bevor wir reinkommen, finden wir heraus, dass es einen Mindestverzehr von 10 $ pro Person gibt. Zu dumm, habe auf dem Weg mein Rest indisches Essen vom Mittag gegessen, während ich den anderen erzähle wie es war Nicolas Cage zu treffen. Ich fahr nach Hause und blogge noch, dann falle ich wie gewohnt ins Bett.

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