Montag, 15. Juni 2009

Wann hört das endlich auf?

Den Samstag lass ich ganz ruhig angehen, kein Stress! Die meisten anderen wollen in eine monströse Outlet Shopping Mall und ich fange an zu planen. Von Carrie, der Schnitzeljagdfrau...
bekomme ich manchmal gute Tips gemailt. Dieses Mal ein sehr Interessanten: eine open air Kunstaustellung auf Goveners Island.
http://figmentnyc.org/2009/
Diese Insel liegt direkt am unteren Zipfel von Manhattan und ist kostenlos per Fähre zu erreichen. In der Hoffnung, dass vielleicht noch einer der Dagebliebenen mit mir kommt, schreib ich früh ne Rundmail. Siehe da, kurze Zeit später haben sich 7 Leute angekündigt. Gegen halb zwei machen wir los und just da fängt es an zu regnen. Davon lassen wir uns aber nicht abschrecken und steigen in die U-Bahn. Nach der einstündigen Fahrt steigen wir nahe der Fähre aus und es ist wenigstens nur noch trübe ohne den Regen.
Die Überfahrt dauert keine 10 Minuten und auf der Insel empfängt man uns mit einem Trommelkonzert improvisiert von Besuchern. Man hatt einfach große schwarze Tonnen aufgestellt und Metallrohre daran festgebunden. So kann jeder trommeln wie er lustig ist.


Die Insel war seit dem 18. Jahrhundert immer ein wichtiger millitärischer Punkt und beherbergte im Laufe der Jahrzehnte viele wichtige Persönlichkeiten in Sachen Militär und Verteidigung. Das weitläufige Areal sieht aus wie ein kleines britisches Dorf und ist ungewöhnlich ruhig im Vergleich zum Großstadtjungle. Die meisten Häuser sind restauriert und / oder wurden originalgetreu belassen. Überall wimmelt es von Menschen, die Spazieren gehen oder Picknick machen, aus den verschiedensten Ecken kommt Musik. Es ist fast ein bisschen Paradies weil diese entspannte Atmosphäre nach diversen Sightseeing Marathons ein seltenes Durchatmen zulässt. Einige Hippies und als Zirkuskünstler der 20. Jahre Verkleidete stechen immer wieder aus den Leuten hervor. Am Wegesrand finden sich Installationen, Projekte, Musiker, Beschäftigungsmöglichkeiten wie Hula Hoop Reifen, Gladiorenkampf mit Plastikwaffen und vieles andere.
Hier ein Projekt was die Hoffnungen, Wünsche und Ängste der Menschen der ganzen Welt online zugänglich machen will.
http://plateastweets.blogspot.com/
Fürs Mitmachen gibts Bonbons ;o)
Das ehemalige Gefängnis der Insel. Ein kreisrunder Bau der nicht mehr benutzt wird.


Zeichnen und Malen. Man kann sich an allen Materialien bedienen und drauflos pinseln.
Die Endlosstrickerin strickt einen Schal.
Installationen an einem Baum mit Plastikhünchen und Billiardkugeln.


Künstler haben eine Minigolfanlage aufgebaut. Jede Bahn hat ein anderes Thema.







Leider fängt es nach einer Stunde wieder wie aus Eimern an zu regnen. Wann hört das endlich auf? Viele Leute verlassen mit uns fluchtartig die Insel. Mit der Fähre setzen wir direkt nach Brooklyn über um dort auf einen coolen Flohmarkt zu gehen.
http://www.artistsandfleas.com/
Vom Hunger getrieben setzen wir uns in die zweit beste Pizzeria. Die erste war bis auf den letzten Platz besetzt und draußen im Regen standen die Leute hinter einem Absperrband in der Schlange um auf den nächsten Tisch zu warten. Was Amis alles für gutes Essen tun, ist wirklich unglaublich. Einigermaßen von der XXL Pizza gesätigt machen wir uns auf die Suche nach dem Flohmarkt. Fröstelnd und etwas demotiviert kommen wir in Williamsburg an und finden uns im Getümmel nicht zurecht. Hans geht auf einen Typen zu, der uns statt auf den Flohmarkt mit auf eine Kunstaustellung führt. Als wir dort sind trauen wir unseren Augen kaum. Die Kunstaustellung findet in einem Eisenwarenladen statt. Zwischen Nägeln, Dichtungsringen, Werkzeugen und Glühbirnen hängen Kunstwerke.










Auf dem gepflegten Hinterhof hat man ein Partyzelt aufgebaut, mit Bar und DJ Pult. Irgendwie ist das alles schon wieder viel zu gut um wahr zu sein. Über eine Stunde bleiben wir, tanzen, trinken und labern mit den Leuten.




Bei der Gelegenheit fragen ich auch einige bunte Leute wo heute Abend die Party geht. In einem Laden in Brooklyn, da sind sich alle einig - cool. Wir fahren nach Hause um genügend Zeit zum Vorbereiten zu haben. Gegen 23.00 machen wir uns auf den Rückweg nach Brooklyn und treffen uns mit Yubi, dem Typ der uns auf diese Hinterhofparty gebracht hat. Leider mag er den Laden nicht, der mir empfohlen wurde und so schließen wir uns seinen Freunden an und ziehen durch die Tanzbars in Brooklyn.
Gegen 3 mach ich mich mit Stefan auf den Weg in die Bleeker Street nach Greenwich Village in Mahattan um andere Teilnehmer zu treffen. Die wollen gerade in eine Tanz- und Karaokebar - da sag ich doch nicht nein. Im 24 Stunden Supermarkt hol ich mir meinen Zimtbagel und auf gehts ins Getümmel. Die Bar ist ziemlich voll und Karaoke gibts an dem Abend nicht, dafür wird umso mehr getanzt zu 80er, R&B und Partyhits. Bis um 4 gehts hier und dann wird man ziemlich unsanft hinausgeschmissen. Egal - Hauptsache ein wenig Spaß gehabt. Mal sehn was nächstes Wochenende ansteht, hoffentlich etwas Elektronisches.

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