Freitag, 26. Juni 2009

Warum rennt der jetzt nicht los?

Dienstag. Patrick holt mich von der U-Bahn ab und kurz darauf steh ich wieder in der Kostümabteilung der Steiner Studios. Hoffentlich kann ich...
heute mal zuschauen bei den Fittings. Aber es tut sich nichts, selbst auf Nachfrage. Ich muss die meißte Zeit bügeln. Ich stehe mitten in der Nähabteilung und kann zuhören, was die anderen so erzählen. Ich versteh eigentlich alles und muss manchmal sogar mitlachen. Was die da so erzählen... necken tun sie sich sowieso gern. Das Team ist sehr jung, viele haben ihren eigenen Laptop dabei worüber sie Musik hören. Ein Mädel spielt Bruce Springsteen ab, worauf hin Scott (der Leiter der Abteilung) meint er hasse Bruce Springsteen. Darauf sagt eine andere nur trocken: Na der kann dich bestimmt auch nicht leiden.
Am Mittagstisch fragt mich David wie ich eigentlich zu dem Praktikum gekommen sei. Vor den anderen versuche ich stammelnd zu erklären, dass es da die Pall Mall Foundation gibt und das ich aus einer Art Casting ausgewählt wurde. Er fragt, wieviele sich beworben hätten. What, 2000 people? Good for you! Why did they picked you?
(2000 Bewerber? Herzlichen Glückwunsch! Warum haben sie dich genommen?). Kurz bleibt mir der Atem stehen und ich denke noch so: keine Ahnung. Aber das kann ich ja schlecht sagen... Mist! Ich sage zögerlich, das es bisher überaus gut gelaufen ist und dies hier der bisherige Höhepunkt meiner Karriere sei... oder so. Zum Glück fragt mich dann irgend jemand anderes irgend etwas anderes. Aber die Antwort auf Davids Frage suche ich noch länger.

Heute muss ich früher los, da die Pall Mall Gruppe sich zum Baseball Spiel trifft. Sammelpunkt ist die Grand Central Station, die ich aus den Filmen irgendwie größer in Erinnerung habe. Hans hat sich auf Arbeit eine Hut gebastelt mit dem Mets Logo vorne drauf. An den Seiten sieht man die Spieler und als Eyecatcher sprießen Papierpalmen hinter ihnen hervor. Die Passanten und auch Steffi findens klasse - Go Mets!

Beatrice (macht ein Mode Design Praktikantin bei Zac Posen)

Das Stadium liegt in Queens und ist modernisiert worden. Man könnte fast meinen man sei in Deutschland, so sauber und übersichtlich ist es dort ;o).

Die Nachbargrundstücke.
Nach einer kleineren Sicherheitskontrolle sind wir im Stadium und kaum auf den Plätzen angekommen, erklingt auch schon die Nationalhymne. Alle erheben sich, Hand auf der Brust und schauen gen Flagge über dem Stadion oder auf den Posaunenspieler, der sich durch ein Casting bis dorthin durchgeschlagen hatte. Das Wetter hatt an diesem Tag wohl bessere Laune, angenehme Temperatur und nur leicht bewölkter Himmel. Am Horizont sehen wir schwarze Wolken aufziehen - egal, jetzt sind wir einmal hier! Das Stadion ist gerade mal halbgefüllt als das Spiel beginnt, die riesigen Flutlichter machen es taghell und irgendwie sonnig in der einsetzenden Dämmerung - hervorragende Bedingungen zum Fotografieren - sofort fallen wir auf, die Tourigruppe ist da ;o). Annika von CDS hat uns zwar die Regeln erklärt, aber irgend wie ist mir schleierhaft warum dieses Spiel so populär ist. Eigentlich ist es ziemlich langweilig, denn wenn der Typ mit dem Schläger mal den Ball trifft, dann rennt er los oder auch nicht und ein anderer versucht ihn zu fangen... hm!


Ich befolge den Rat meiner Kollegen in den Steiner Studios und kaufe mir was zu essen. Mit Helen inspiziere ich diverse Fast Food Stände wobei mir klar wird warum das Stadion nicht ganz voll ist. Die stehen alle für Essen an. Angesichts der Massen und der ewig langen Schlangen, könnte man fast meinen, die meißten kommen nur zum Essen her. Und teuer ist es, aus Kostengründen entscheide ich mich für einen Hot Dog und für einen halben Milkshake. Helen und ich teilen uns einen Black & White Shake von Shake Shack. Boar, was passiert da in meinem Mund? Schoko und Vanille! Helen und ich sind geflasht, wir brauchen keine 5 Minuten um den Becher bis auf den letzten Tropfen leer zu saugen. Das war definitiv der beste Milkshake meines Lebens! (nur so nebenbei, das Ding hatt uns 7$ gekostet, fast 5€)Helen vor dem Wägelchen mit Hot Dog Zutaten nach IKEA Prinzip.

Kaum sind wir auf unsere Plätze zurückgekehrt, fängt es an zu tröpfeln, dann folgt leichter Regen und zu guterletzt ein Wolkenbruch sondergleichen. Auf dem Feld scheint trotzdem noch die Sonne. Mit einem Beutel, der Kameratasche, Hot Dog in der einen und Wasserflasche in der anderen Hand versuche ich mit meinem Schirm durch die flüchtenden Massen zu stolpern. Das Spiel wird unterbrochen, das Feld per Plane abgedeckt. Lange regnets zum Glück nicht, nach 20 Minuten gehts weiter.
Die Plane wird wieder eingerollt:


In den Spielpausen zwischen den Innings gibt es immer wieder kleine Entertainmenteinlagen für die Zuschauer. Hier die Kiss Cam, die Kamera zielt auf die unwissenden Pärchen. Dann passiert eigentlich immer das gleiche. Ein Partner rüttelt den anderen und meint: Ey guck mal, das sind wir! Dann wird geküst und dann gelacht.




Das Spiel zieht sich ewig und so richtig folgen können wir nicht. Kurz vor dem 9 Inning, dem Letzten, verlassen wir das Stadion. Zu müde und durchnässt sind einige von uns. Mit dem vollgestopften Express gehts Richtung Manhattan.

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