Montag, 13. Juli 2009

Hamptons - nein Danke!

Ich kann kaum noch liegen, bzw. hab ich alle Positionen während meiner Wachkomaphase durchprobiert - los jetzt, aufstehen! In aller Ruhe geh ich eine halbe...
Ewigkeit die Kopfschmerzen wegduschen. Zum Mittag gibts nur Suppe, bevor es zum Seminar losgeht. Heute dreht es sich ums Recht in den USA, aber wo es stattfindet, davon hab ich keinen blassen Schimmer. Die anderen werdens schon machen. Am Columbus Circle warten wir in der Mittagshitze auf den Bus.
Da kommt einer, den wir nehmen, aber nach einer Station schon wieder verlassen. War wohl nicht der richtige, glaub ich, meine Aufmerksamkeitsspanne tendiert gerade gegen -8. Nach einem kurzen Fußweg kommen wir an einem mächtigen Bürogebäude an.

Alle haben wir Mühe unsere Köpfe aufrecht zu halten nach dem gestrigen Abend. Am Eingang folgt der obligatorische Sicherheitscheck bevor es in die 35. Etage geht. Beim Aussteigen weiten sich meine geschwollenen Augen plötzlich und die Kinnlade klappt mir runter. In der großzügigen Büroetage gibt es eine Fensterfront, die einen einmaligen Blick über Manhattan gewährt. Wir drücken uns die Nasen daran platt und machen Fotos über Fotos.


Doch dann kommts dicke! Eine zweistündige Aussführung über das Rechtssystem der USA. Boar - das ist gerade zuviel. Irgendwie fürchtet gerade jeder von uns, dass gleich ein Kopf auf die polierte Tischplatte fällt und hoffentlich ist es nicht der eigene. Ganz schön unhöflich, beim letzten Thema Todesstrafe muss ich in einer Tour gähnen und beim in die Runde gucken sogar innerlich kichern. Johanna bekommt hinter Helens Stuhllehne heimlich fast nen Lachkrampf. Mein Gott, was mag die Frau, die sich hier so viel Mühe gibt, wohl über uns denken... Bald ist es dann geschafft und wir dürfen gehen.
Jetzt erst mal in den nahegelegenen Central Park. Mit Johanna setz ich mich in den verbleibenden Rest Sonne und wir sinnieren über 5 Wochen NYC. Einiges ist passiert in unseren Köpfen. Nachdem die Sonne hinter den alterwürdigen Bäumen, die schon alles gesehen haben, untergeht wirds kühl und wir fahren heim. Heute wollten wie eigentlich in die Hamptons fahren . Ron, der Promoter, hatte sich wieder gemeldet. Beinahe täglich versorgt er mich mit Partyeinladungen. Am Mittwoch hätt ich zum Beispiel in einer Limosine mit nach Atlantic City zu einer Cluberöffnung fahren können. Alles bezahlt inklusive Hotel! Aber das war mir dann zu heiß.
Ein Partybus hätte uns heute 20.30 in einen Yachtclub in die Hamptons bringen sollen. Der Bus for free mit kostenlosen Getränken. Clubeintritt for free, Männer 20$, Getränke auch dort for free. Schon geil, von so ziemlich jedem Pall Maller lass ich mich fragen wo da der Haken sei. Verdammt - ich weiß es auch nicht, aber drauf geschissen, lasst es uns einfach tun. Gestern Abend waren wir dann immerhin schon über 15 Leute, aber heute sieht die Welt ganz anders aus! Keiner fühlt sich mehr in der Lage. Da müsste mindestens erst mal 'n ganzer Tag Schlaf dazwischen liegen! Der peinliche Part des Absagens liegt nun bei mir. Per SMS schreib ich Ron dass keiner von den 16 Menschen mitfährt. Umgehend bekomm ich ne Mail zurück, das alles kein Problem sei und wir sollen heute Abend in den Marquee Club kommen. Das ist ein weiteres Etablissement auf der Edelmeile der 27. Straße Ecke 10 Avenue. Ok cool, wollten wir sowieso noch mal rein. Mit dem Taxi gehts wie üblich zur Destination gute Laune deluxe. Allerdings heute ohne Alkohol, das hab ich mir versprochen! Es dauert nicht lang und Ron's Entourage inklusive der Pall Mall Clique ist vollzählig. Mädels for free, Männer 20$, ein Tisch, Wodka und Säfte - mittlerweile Standart. Im Club gibt es 2 Floors, wir sind auf dem oberen mit einem Mix aus Hip Hop, neumodischem House und R&B. Der DJ ist ein Crack hinter seinem Serato System, alle 30 Sekunden wechselt er den Track und das OHNE viel gescratche - Hammer! Der Schnaps wird wieder ziemlich schnell alle, aber mich interessierts wenig. Irgendwann gegen 3 Uhr schreibt mir Ron eine SMS ich solle zum Tisch kommen. Hm, mal sehn was nun wieder passiert. Der Mann wird nicht viel älter sein als ich, aber bisher hat er mich immer gentleman-like behandelt.
(blaues Hemd, schwarzes Sakko)
Er sieht mich schon wie ich mich durch die Massen drängel und reicht mir die Hand um mich sicher zum Tisch zu balancieren. Komm! Er steigt auf die Kante der Sofalehne und hilft mir hoch. Verdammt schmal, worauf ich auf meinen 10 cm High Heels gerade versuche zu tanzen. Ist das nicht toll, fragt er mich und ich sage: Klar, der Oberknaller! Nach kurzer Zeit steigt er wieder ab, die neue Flasche Wodka ist da. Er schenkt aus und reicht mir eines nach oben. Boar, klingt albern aber da kommt schon ein bisschen Pretty Woman Feeling auf, zumal er mir später sagt, ich hätte wunderschön da oben ausgesehen - wooohooo.

Ziemlich früh gehts heute heim. Gegen 3 kommen wir aus dem Club raus und die Limo parkt schon vor der Tür.
So langsam kann man sich dran gewöhnen ;o).

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