Samstag, 13. Juni 2009

you look adorable, honey.

Es ist Donnerstag - endlich. Morgen muss ich nicht zur Arbeit und heute findet die Party von Jordan statt. Jordan ist der junge Mann, dem ich am...
Sonntag in Brooklyn die blaue Bluse abgekauft habe um im Gegenzug mit auf eine Party genommen zu werden. Aber dazu später.

Gleich am Morgen machen sich Hans und ich auf den Weg zu dem Kostümverleih, den mir Rosi ein paar Tage vorher gezeigt hatte. Dort wird alles verkauft weil sich der Laden nicht mehr halten kann. Wir haben nur wenig Zeit, aber dafür umso mehr zu lachen. Da Vieles aus Theaterstücken kommt, hängen dort die fantasievollsten Sachen. Wir suchen ein hübsches Kleid für Hans, werden jedoch nicht fündig. Zu knapp ist die Zeit in diesem riesigen Lager bemessen. Muss er halt eines von meinen anziehen.

Von dort aus renne ich zum Atelier was nur wenige Straßen entfernt liegt. Es ist Rosis Geburtstag und sie schneidet einen Kuchen an, den ihr ihre Mitarbeiter geschenkt haben. Jamie und ich sollen uns auf die Suche nach Reißverschlüssen und Blusenstoffen machen. Viele Geschäfte liegen in der zweiten Etage von Bürohäusern und sind nur über Fahrstühle zu erreichen. Jamie zeigt mir dass es in den meisten Hochhäusern keinen dreizehnten Stock gibt, weil man früher halt noch zu abergläubig war. Die neueren haben mittlerweile einen ;o).


Jamie und ich in einem ReißverschlussfachgeschäftReihenweise Bi-Stretch Materialien in allen erdenklichen Farben. Hier gibt es nichts was es nicht gibt.
Für die religiöse Belegschaft.

Streetart
Ein Friseur am Fuß eines U-Bahn Ausgangs. Im Laden ist zu wenig Platz, deswegen hat man Bürostühle draußen hingestellt zum Warten.
Nach der Arbeit hab ich mich mit Hans verabredet um noch ein paar Accessoires für heute Abend zu besorgen. Jamie hatte mir ein Geschäft empfohlen in dem viele Transvestieten ihr Zeug kaufen. Siehe da, wir finden eine wirklich tolle Perücke und im Laden neben an super scharfe High Heels für ihn. Zum Glück ist er klein und passt in Schuhgröße 41.
Zu Hause startet dann der Stylingmarathon. Fast 2 Stunden brauchen wir für Schminken, plaudern, lachen, Fotos machen und vor der U-Bahn merken, dass man den Personalausweis vergessen hat. Das ist den Amis nämlich sehr wichtig. Ohne ID gehts nirgend wo rein, und wenn man noch so alt aussieht.
Ich mit Perücke - irre! Ich kauf mir auch noch eine, aber ohne Locken, ge?
Die Spannung steigt.


Über eine Stunde brauchen wir für den Weg zum Club in der Lower East Side und innerhalb dieser bekommen wir viele Komplimente für unsere Outfits. Die Leute sind ziemlich offen und locker wenn es darum geht Fremde auf ihre Klamotten anzusprechen. Schon öfter wurde ich auf Ohrringe, Tops, Shirts oder Schuhe angesprochen, einfach so. Sie sagen dann sowas wie: "Oh, sie haben tolle Schuhe an, genauso solche wollte ich auch haben. Wo haben sie dir her?"

Irgend wie ist die ganze Situation surreal. Ich meine, da treff ich nen Typen auf der Straße und keine 5 Minuten später steh ich auf der Gästeliste für eine glamouröse Party mit Amanda Lepore, dem bekannstesten It-Girl der New Yorker Partyszene. Hat man mit hundertprozentiger Sicherheit schon mal im Fernsehen gesehen, als abschreckendes Beispiel für plastische Chirurgie.
Vor dem Club steht ein 2 Meter großer Transvestit in einem edlen schwarzen Kleid und streicht uns auf der Gästeliste durch. Tatsächlich, dass war kein Witz. Schon im Flur riecht man das Make - up und als wir die Tanzfläche betreten, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die nächsten 3 Stunden sind ein einziger Flash - völlig unbeschreiblich.

Hans mit der Ikone Amanda Lepore.
Jordan erkennt mich sofort und begrüßt mich ganz herzlich. Mehrere Male an diesem Abend kommt er auf Hans und mich zu und fragt ob wir Spaß haben und ob alles ok sei - goldiger Kerl.






Ungefähr 200 Leute sind da, auch normale natürlich. Unzählige Fotografen reißen sich um Amanda und die anderen Tranvestieten. Sogar ein Video wird gedreht. Die Transen selber machen auch Fotos wie wild. Ständig werde ich auf meine Schleife angesprochen. Selbst die pompösesten Transen kommen auf mich zu und beneiden mich um das Stück, Fotos wollen sie natürlich auch von mir. Unheimlich leicht kommt man hier ins Gespräch, irgend wie scheinen sich auch alle zu kennen. Der DJ ist schlecht aber das interessiert mich herlich wenig ;o). Der Life Act sogar noch schlechter, aber das macht es schon wieder witzig.
Da ich weiß, das Kinder und Rentner diesen Blog lesen, verzichte ich auf weitere Fotos und detailierte Schilderungen ;o). Mehrere Male an diesem Abend stehen Hans und ich neben einander und können nicht fassen was um uns rum passiert.
Einer der Hosts für diesen Abend hat uns am Sonntag zur nächsten Party eingeladen.... ;o)

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